Gute Kommunikation als Virus - Kommunikationsgut

Wenn gute Kommunikation ein Virus wäre...

Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet „Virus“ Gift und historisch bedingt geht das Wort bei vielen von uns mit Dingen wie Leid oder Tod einher. Doch unter dem Aspekt, dass Viren nicht pauschal zu verteufeln sind, sei hier einmal folgendes spannendes Szenario durchspielt:

Was wäre, wenn es ein Virus gäbe, das uns alle ausnahmslos mit guter Kommunikation infizieren würde?

Schieben wir Vorwürfe, schroffe Antworten, provokante Fragen, befehlerische Äußerungen und Co. für einen Moment zur Seite. Rücken wir ehrliches Interesse, geduldige Erkundigungen, wertschätzende Reaktionen und wertfreies Urteilen in den Mittelpunkt. Allein diese Idee ist irgendwie wohltuend, oder?

(Ehrlichkeit + Geduld + Wertschätzung) x 2 = 100 %

Wir kommunizieren täglich, fast rund um die Uhr: verbal und nonverbal, bewusst und unbewusst. Dabei gibt es immer (!) zwei Seiten: Eine teilt mit, die andere empfängt – und interpretiert. Wie gut das jeweils gelingt, beeinflusst das weitere Geschehen. Nehmen wir also an, es gäbe die besagte Ansteckung und Verbreitung der guten Kommunikation – was wäre dann?

Gute Kommunikation - Kommunikationsgut

Wir würden uns zu 100 % verstehen. Weil wir wie von allein in der Lage wären, den richtigen Ton zu treffen und die passenden Worte zu finden. Wir könnten sachlich sagen, was uns im Kopf herumschwirrt. Wir könnten Mimik und Gestik so einsetzen, dass sie sinnvoll unterstreichen statt irritieren oder angreifen. Wir könnten unvoreingenommen zuhören, beobachten, deuten – Gutes empfangen. Wir könnten uns gegenseitig vermutlich so vieles mitteilen, das wir sonst gar nicht mitzuteilen in der Lage sind. Es wäre fantastisch!

Gute Beziehungen machen den Unterschied

Kommunikation hat mit Beziehungen zu tun. All diejenigen, die miteinander kommunizieren, stehen in irgendeiner Beziehung zueinander. Wir können nicht nicht kommunizieren, somit sind unsere Beziehungen nonstop von Relevanz: mit dem Partner, Kunden, Kollegen, Vorgesetzten, mit Freunden und Eltern, aber auch mit der Postbotin, dem Kassierer, der Bankberaterin etc.

In engen Beziehungen fallen Komplimente und es gibt gegenseitige Anerkennung. Wertschätzung gelingt meist ohne große Anstrengung, weil wir es schaffen, uns intensiver auf das Miteinander – auf die Kommunikation – einzulassen. Natürlich scheint auch in engen Beziehungen nicht nur die Sonne, doch es gelingt viel häufiger, gut zu kommunizieren.

Unsere weniger engen Beziehungen bestehen gefühlt eher am Rande, doch auch sie sind Teil des Ganzen. Ansonsten könnte uns die unfreundliche Bedienung aus der Bäckerei von morgens nicht noch am Mittag die Laune verderben…

Wir wollen Komplimente und ein Meer der Anerkennung

Das Virus der guten Kommunikation könnte ermöglichen, dass wir die Beziehungen mit „Fremden“ öfter als solche wahrnehmen – wir könnten uns mehr darauf einlassen. Wir könnten den Menschen um uns herum leichter sagen, was Sache ist – fair, ehrlich und ohne zu verletzen. Wir könnten Gutes besser als solches annehmen. Wir könnten Anerkennung oder Missgunst wirkungsvoller äußern und dadurch vielen um uns herum den Tag erleichtern, vielleicht sogar verschönern. Auch uns selbst!

Ebenso würde das Virus der guten Kommunikation zu mehr Klarheit, Bewusstsein und Feingefühl in engeren Beziehungen führen. Es gäbe mehr Umarmungen, tiefgehendere Augenblicke, gleichberechtigtere Individuen, mehr Komplimente.

Und doch müssen wir selbst das Virus sein...

Kommunikation fürs Herz malen - Beziehungen - Kommunikationsgut

Das Szenario zeigt: Die verbreitete gute Kommunikation würde mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit zu mehr Verständnis, mehr Tiefe im Miteinander und mehr Begeisterung führen. Dadurch ginge es uns allen ein kleines oder großes Stückchen besser. Doch es muss ohne Virus gehen.

Jeder hat sein Päckchen zu tragen, alle machen sich hin und wieder Sorgen, haben Angst oder keine Lust – die Lösung liegt zu einem ganz, ganz großen Teil (fast) immer in der Kommunikation. Gute Kommunikation heißt dabei nicht, dass es strikte Regeln gibt. Es heißt nicht, dass alle gleich zu sein haben. Gute Kommunikation zielt lediglich auf bewusstes, nachhaltiges und klares Handel ab. Für alle, die das genauso sehen, jedoch (noch) nicht wirklich wissen wie, geht es hier zum richtigen Kontakt.

Wir müssen selbst das Virus sein und wir können es: Wir können andere mit unserem Tun inspirieren, anregen und zum Nachmachen animieren. Als Firma, Privatperson, Freundin, Bruder, … – als Mensch.

9 Kommentare zu „Wenn gute Kommunikation ein Virus wäre…“

  1. Liebe Sophie,
    1000 Dank für das tolle Feedback – das freut mich sehr!
    Ganz liebe Grüße & gerne bis bald,
    Marie

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